15. Bayerischer Selbsthilfekongress in Amberg stärkt den Austausch auf Augenhöhe

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Unter dem Motto „Gemeinschaftliche Selbsthilfe – Begegnungen auf Augenhöhe“ fand am 10. Juli 2026 der 15. Bayerische Selbsthilfekongress im Amberger Congress Centrum statt. Rund 250 Selbsthilfeaktive, Fachkräfte und Interessierte aus ganz Bayern kamen zusammen, um sich auszutauschen, neue Impulse zu erhalten und die Bedeutung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe sichtbar zu machen.

Auch wir von der Selbsthilfekontaktstelle für Niederbayern waren dabei und nutzten die Gelegenheit, uns mit anderen Kontaktstellen, Selbsthilfegruppen und Fachstellen aus Bayern zu vernetzen.

 

Der Kongress zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Begegnungen auf Augenhöhe für eine lebendige und wirksame Selbsthilfe sind.

Nach der Begrüßung durch Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Amberg sowie durch die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gabi Schmidt, startete der Kongress mit einem besonderen Beitrag: Selbsthilfeaktive aus Amberg präsentierten ein Theaterstück, das humorvoll und zugleich nachdenklich den Weg in eine Selbsthilfegruppe sowie bestehende Vorurteile gegenüber Selbsthilfe thematisierte.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Stärkung des persönlichen Wohlbefindens und einer wertschätzenden Kommunikation. Dr. med. Claudia Croos-Müller aus Rosenheim zeigte in ihrem Vortrag „Ein guter Tag fängt morgens an – stärkender Umgang mit sich selbst“, wie einfache Übungen aus ihrer BODY 2 BRAIN CCM®-Methode helfen können, positiv in den Tag zu starten und die eigenen Ressourcen zu stärken.

Anschließend sprach Prof. Dr. Jalid Sehouli von der Charité Berlin über „Sprechen auf Herzenshöhe oder von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen“. Sein Vortrag machte deutlich, wie wichtig eine einfühlsame und respektvolle Kommunikation gerade in schwierigen Gesprächssituationen ist. Die zahlreichen Fragen und Rückmeldungen aus dem Publikum zeigten, dass hier weiterhin großer Bedarf an Austausch und Weiterentwicklung besteht.

In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmenden über verschiedene Fördermöglichkeiten für die Selbsthilfe informieren. Auch die Hauptförderer des Kongresses, darunter die AOK Bayern und der BKK-Landesverband Bayern, standen für Gespräche zur Verfügung.

Am Nachmittag boten verschiedene Workshops vielfältige Möglichkeiten zur Vertiefung und zum praktischen Austausch. Die Themen reichten von Selbsthilfe und Pflege über den Umgang mit seelischen Belastungen, Atemtherapie und rechtliche Fragestellungen bis hin zu Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen und dem Umgang mit Schmerzen.

Besonders wertvoll war auch das parallel stattfindende Gesundheitsforum zum Thema „Zuhören und Reden auf Augenhöhe“. Die Teilnehmenden tauschten persönliche Erfahrungen aus und diskutierten Herausforderungen in Gesprächen mit Fachkräften und Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Beim abschließenden Plenum wurden die Eindrücke und Erkenntnisse des Nachmittags zusammengetragen. Die Teilnehmenden und Referierenden berichteten von vielen wertvollen Impulsen, die sie aus den Workshops und Gesprächen mitnehmen konnten.

Der 15. Bayerische Selbsthilfekongress hat erneut gezeigt, welche wichtige Rolle Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen spielen. Begegnung, gegenseitiges Verständnis sowie Zuhören und Sprechen auf Augenhöhe verbinden Menschen über unterschiedliche Themen und Lebenssituationen hinweg.

Für uns als Selbsthilfekontaktstelle für Niederbayern war die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, neue Ideen mitzunehmen, Kontakte zu pflegen und die Bedeutung der Selbsthilfe weiter sichtbar zu machen.