www.selbsthilfe-interaktiv.de – eine sichere Alternative zu Facebook und Co.

 

Neues Projekt  bietet geschützten Raum im Web 2.0

 

Die Kommunikationsplattform für gemeinschaftliche Selbsthilfe im Web 2.0 ist seit Spätherbst 2011 am Start und bietet Hinweise auf seriöse Selbsthilfeforen im Internet und Möglichkeiten zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Da Bayern als Modellstandort ausgewählt wurde, ist die Plattform gerade für die landesweite Vernetzung sehr interessant und wird intensiv von bayerischen Selbsthilfegruppen genutzt. Zielgruppe der Plattform sind aber nicht nur Betroffene, sondern auch interessierte Professionelle aus dem Gesundheits- und Sozialbereich und neue Selbsthilfeinteressenten.

Momentan sind bei der Plattform 230 Besucher angemeldet und im Februar wurden über 5.000 Visits gezählt. Das ist für den Start eine erfreuliche Zahl, die durch Öffentlichkeitsarbeit stetig ausgebaut werden soll.

Erklärtes Ziel der Betreiber ist es, eine unabhängige, geschützte Plattform für den Selbsthilfeaustausch von Betroffenen im Internet zu schaffen. Die meisten Beiträge in den Foren können auch ohne Registrierung gelesen werden. Zum Schreiben genügt eine sehr einfache Anmeldung. Nötig ist dazu nur eine funktionierende E-Mailadresse.

Die Plattform bietet auf drei Säulen einen gut sortierten und übersichtlichen Zugang zu geprüften Themenforen (Säule 1), zu themenübergreifenden Diskussionsforen (Säule 2) und zu den Datenbanken (Säule 3) der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) und der Selbsthilfekoordination Bayern (SeKo Bayern) an.

 

Hinweise auf themenspezifische Selbsthilfe-Internetforen, die von der NAKOS geprüft wurden, finden sich auf Säule eins „Im Netz orientieren“. Die dort gelisteten Angebote werden von Selbstbetroffenen betrieben und weisen keine kommerzielle Orientierung auf. Sie informieren über ihre Ziele und ihre Finanzierung, gewährleisten den Schutz persönlicher Daten und sind unabhängig und nutzerfreundlich. Die Liste wird kontinuierlich ausgebaut und die aufgeführten Foren werden regelmäßig auf die Einhaltung der von der NAKOS erarbeiteten Kriterien überprüft.

 

In der Säule zwei „Hier mitdiskutieren“ können Fragen zur Gründung von Selbsthilfegruppen, zum Umgang mit Konflikten in Gruppen oder zur Organisation von Treffen gestellt werden. Zudem wird unter anderem rege über den Schutz sensibler persönlicher Daten in Selbsthilfeforen im Internet diskutiert. Fachkompetente und gut geschulte Moderatorinnen und Moderatoren sorgen dabei für einen reibungslosen Ablauf und die Einhaltung der Netiquette. Stoßen Besucherinnen oder Besucher auf Beiträge mit fragwürdigem Inhalt, können sie diese sofort melden.

 „Mit welchen Methoden habt ihr gute Erfahrungen gemacht?“, fragt beispielsweise eine Nutzerin und möchte damit im Forum „Gruppenleben gestalten“ Tipps von anderen Nutzer/innen bekommen, wie sie die Treffen ihrer Selbsthilfegruppe künftig attraktiver gestalten kann. Im Forum „Selbsthilfe und Internet“ ist unterdessen eine Diskussion darüber entbrannt, ob eine Selbsthilfegruppe sich aus Datenschutzgründen überhaupt online präsentieren sollte. Und im Forum „Öffentlichkeitsarbeit“ sucht eine Selbsthilfeaktive nach Möglichkeiten, neue Mitglieder für ihre Gruppe zu gewinnen.

 

Eine Brücke zur „realen“, bayerischen Selbsthilfe bildet die dritte Säule „Vor Ort andere finden“. Hier können die Adressen von örtlichen Selbsthilfekontaktstellen und themenspezifisch arbeitenden Selbsthilfevereinigungen abgefragt werden.

Diese Säule schafft auch die Verbindung zu der sehr informativen Seite www.seko-bayern.de. Dort erhält man über eine leicht handhabbare Stichwortsuche zu über 800 Themen Kontakte zu regionalen Selbsthilfekontaktstellen und landesweiten Selbsthilfevereinigungen, die interessierte Personen mit den rund 11.000 Selbsthilfegruppen in Bayern vernetzen. Zu einer Erkrankung, zu der es noch keine bayerische Selbsthilfegruppe gibt, wird auf die Selbsthilfebörse Bayern, einer Suche nach einzelnen Gleichbetroffenen, hingewiesen.

Im Projektjahr 2012 soll außerdem die Möglichkeit für virtuelle Selbsthilfegruppen auf dieser Plattform geschaffen werden.

So können gerade Menschen mit seltenen Erkrankungen oder speziellen Problemen ihr eigenes, virtuelles Gruppentreffen in geschütztem Rahmen anbieten und selbst bestimmen, wer den „Gruppenraum“ betreten darf. Dieses Angebot bietet dann eine echte Alternative zu anderen sozialen Netzwerken, allen voran Facebook: dort gibt es schon jetzt eine große Anzahl solcher Gruppentreffen. Deren Betreiber müssen aber in Kauf nehmen, dass der Datenschutz bei Facebook fragwürdig ist.

SELBSTHILFEinter@ktiv ist ein gemeinsames Angebot der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) und des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. mit seiner Geschäftsstelle SeKo Bayern. Gefördert wird es auf Bundesebene von der BARMER GEK und auf bayerischer Ebene von der Bayerischen Sparkassenstiftung und der Selbsthilfefördergemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern.

Weitere Informationen unter www.selbsthilfe-interaktiv.de oder bei Theresa Keidel, Geschäftsführerin Selbsthilfekoordination Bayern, Tel: 0931 /2057912

Selbsthilfekontaktstelle Deggendorf
Am Stadtpark 12  •  94469 Deggendorf  •  0991 29795540