Förderung von Selbsthilfegruppen
Verwendungsnachweis 2012 (PDF)
Förderantrag 2012 (PDF)
Merkblatt 2012 (PDF)
von links: Hans Stadler (Kreuzbund Deggendorf),
Caroline Götz (DAK), Erwin Niedermeier (Dt. Rheuma-Liga Passau),
Die Förderung der Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen in Bayern 2010
Die Fördergemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassenverbände in Bayern hat im Jahr 2010 die
Selbsthilfe mit über 3,9 Mio. Euro unterstützt. Darüber hinaus haben einzelne Krankenkassen ihre
kassenindividuellen Geld- und Sachleistungen der Selbsthilfe zur Verfügung gestellt. Die Verteilung
der Fördermittel fiel deutlich zugunsten der Selbsthilfegruppen vor Ort aus, deren Anteil an der
Gesamtförderung 56 Prozent erreichte. Die Landesorganisationen bekamen 14 und die
Selbsthilfekontaktstellen 30 Prozent der Fördermittel. In Eurobeträgen sieht die Selbsthilfeförderung
2010 folgendermaßen aus: Rund 2000 bayerische Selbsthilfegruppen wurden insgesamt mit 2,2 Mio.
Euro gefördert. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 32 Prozent. Damit erhielt eine
Gruppe durchschnittlich 1.100 Euro.Im Jahr 2009 waren es gut 900 Euro.
In Niederbayern haben 138 Guppen ca. 130.000 € erhalten.
26 Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen erhielten insgesamt mehr
als 1,2 Mio. Euro. 50 Landesorganisationen der Selbsthilfe konnten mit fast 0,5 Mio. Euro gefördert
werden.
Selbsthilfegruppen bewerten das Modell „Runder Tisch“ sehr positiv
„Regionaler Runder Tisch“, das die Förderung durch die gesetzlichen
Krankenkassen koordiniert, sehr positiv.
Von 2008 Selbsthilfegruppen, die im Jahr 2011 gefördert wurden, beantworteten
757 (38%) den Fragebogen zum Modell „Runde Tische“, einem einfachen
und regional angesiedelten Förderverfahren. Hier wurde vor allen Dingen die
Zufriedenheit mit dem „Einansprechpartnermodell“ abgefragt.
So empfanden 95 % der antwortenden Gruppen die Beratung durch die
Mitarbeiter/innen der „Runden Tische“ als hilfreich, davon fast 70 % als „sehr
hilfreich“.
Außerdem wurde die Beratung als kompetent, freundlich und informativ beschrieben.
Auch die Erreichbarkeit bekam Bestnoten: 94 % bescheinigten eine sehr gute und
gute Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen, nur 2 % wünschten sich hier eine
Verbesserung.
Dass es nach wie vor großen Informations- und Beratungsbedarf bei der
Antragsstellung gibt, zeigen 463 persönliche Beratungen (61%) - so häufig
wurde diese zeitintensive Leistung der beauftragten Selbsthilfekontaktstellen in
Anspruch genommen.
Dass von den Personen mit persönlicher Beratung insgesamt 99 % diese sehr
hilfreich und hilfreich fanden, spricht für die hohe Qualität der Beratung und
zeigt deutlich, dass das Bayernmodell ein Erfolgsmodell ist.
Durch die Antragsberatung fanden die Selbsthilfegruppen aber auch zu anderen
Leistungen der Selbsthilfekontaktstellen Zugang:
Die Gruppen erhielten Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit (245), nahmen an
Fortbildungen der Kontaktstelle teil (244), wurden zu anderen Themen ebenfalls
beraten (148) und bei der Raumsuche unterstützt (79).
Die Vermittlung von neuen Mitgliedern durch die Selbsthilfekontaktstelle in die
Selbsthilfegruppe wurde als weiteres positives Ergebnis von 125 Antwortenden
genannt.
Gewünscht wurde mehr Austausch (24 Nennungen), eine noch einfachere
Antragstellung (10) und mehr Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit (7).
Die Selbsthilfegruppen nutzten den Fragebogen auch, um eine ganze Reihe von
sehr individuellen und regional bezogenen Mitteilungen zu geben:
Mitarbeiterinnen der „Runden Tische“: Hier erwähnten 52 Antragssteller ausdrücklich
den guten persönlichen Kontakt, die persönliche Hilfestellung und die rasche Klärung
bei Schwierigkeiten und Problemen.
Weiterhin reichten die individuellen Mitteilungen von der Kritik, dass die gesetzlichen
Krankenkassen kaum mehr Fahrdienste oder spezielle Gymnastik für brustoperierte
Frauen bezahlen, bis zu dem Wunsch in Bayreuth eine Selbsthilfekontaktstelle
einzurichten oder dem Wunsch nach mehr Öffentlichkeitsarbeit für seltene
Erkrankungen.
Insgesamt zeigt sich an der Befragung die hohe Gesamtzufriedenheit mit dem
bayerischen Modell. Die Selbsthilfeförderung in Bayern ist also auf dem richtigen
Weg und kann beispielhaft für andere Bundesländer sein.
Das Modell „Selbsthilfeförderung Runder Tisch“ besteht in Bayern seit 2008 und bietet örtlichen Selbsthilfegruppen ein im Bundesvergleich einfaches und abgestimmtes Förderverfahren, denn: Jede Gruppe stellt nur einen Antrag, dieser wird von allen gesetzlichen Krankenkassen in einer regionalen Vergabesitzung gemeinsam beraten und entschieden. Vorbereitet werden die Anträge von 12 beauftragten Selbsthilfekontaktstellen, zusätzlich nehmen regionale Selbsthilfevertreter/innen beratend an den Vergabesitzungen teil.
Weitere Informationen erhalten Sie über die Selbsthilfekoordination Bayern
Irena Tezak und Theresa Keidel 0931/2057913 oder über www.seko-bayern.de